Stärke

Stärke ist im Kaffeebereich eines der meist missverstandenen Wörter überhaupt. Häufig möchten meine Kunden einen "starken" Kaffee haben. Was wird damit eigentlich gemeint?

Kaffee kann "stark" sein im Sinne von Koffeingehalt. Ein starker Kaffee hätte dementsprechend viel Koffein, ein schwacher Kaffee hätte wenig. Wie viel Koffein ein Kaffee tatsächlich in der Tasse hat, hängt von vielen Parametern ab, nicht zuletzt die Zubereitung, die Dosierung, der Mahlgrad. 

Gleichzeitig kann die Stärke eines Kaffees sich aber auch auf den Geschmack beziehen: ein Espresso ist stark - denn er hat viele gelöste Aromen, Salze, Säuren und Bitterstoffe in einer sehr kleinen Tasse. Ein Filterkaffee ist demnach schwach, zumindest geschmacklich, da sich die gleiche Menge Aromen auf sehr viel mehr Wasser erstreckt. 


Letztlich ist der Begriff "Stärke" zwar weit verbreitet, bringt aber keine Klarheit in die Frage: welcher Kaffee schmeckt dir persönlich am besten?

 

Schließlich empfinden viele Kaffeetrinker auch eher dunkle Röstungen als "stark". Der Eindruck, der Kaffee sei stark, kommt dabei aber lediglich durch die dunklere Röstung zustanden, so dass bei der Zubereitung mehr Bitterstoffe extrahiert werden und so ein (unangenehmes) Mundgefühl von Bitterkeit und "Stärke" entstehen kann. 

Möchten Kunden einen "starken Kaffee" ist für mich daher erstmal wichtig herauszufinden, wie sie ihren Kaffee zubereiten werden. 

Weitergehende Informationen zu diesem Thema habe ich in einem ausführlichen Blogartikel "Hauptsache stark?" aufgeschrieben. 

Es gibt anerkannte Parameter zur Orientierung bei der Kaffeezubereitung.

Aber in erster Linie sollte dir der Kaffee Freude bereiten.

Lars - von carabica - fine coffee culture