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Made for Recycling

Eigentlich ist ein Kaffeebeutel nur ein Beutel. Er ist einfach ausgedrückt lediglich eine Verpackung für deinen Kaffee, damit du nicht jede Bohne einzeln tragen musst.

Gleichzeitig ist der Kaffeebeutel aber auch das Herzstück des Produktmarketings. Der Beutel soll schön aussehen, ein attraktives Design haben und den Kunden zum Kauf des Produktes motivieren.

 

OHNE ALUMINIUM

Lange Zeit wurde Kaffee fast ausnahmslos in Aluminium-beschichteten Verpackungen verkauft. Der Aromaschutz stand damals im Vordergrund. Nachdem wir eine Reportage zum Thema Aluminiumproduktion gesehen haben, war das Thema für uns vom Tisch. Auch privat verzichten wir seitdem komplett auf Aluminium. 

 

Wenn du die Doku selbst sehen möchtest, kannst du das hier tun: Die Akte Aluminium

 

Heute gibt es in der Verpackungswelt viele innovative Ideen und Produkte. Aromaschutz kann auch mit anderen Materialien ausreichend gewährleistet werden. Deshalb haben wir uns für ein Mono-Material aus Plastik entschieden. 

 

DIE ÖKO-LÜGE

Ja, Plastik. Letztlich muss ich mit dem Thema so offensiv umgehen. Plastik ist nicht ideal. Das finden wir auch. Dennoch halten wir diese Beutel für die beste Lösung. 

 

Lange haben wir gedacht, dass unsere Öko-Beutel mit Kraftpapier und einer PE-Aromaschutzschicht die beste Wahl für uns und die Umwelt wäre. Ich muss zugeben, wir haben uns getäuscht. 

 

Vielleicht müssen wir die Öko-Beutel nicht als "Lüge" oder "Schwindel" bezeichnen. Fest steht jedoch, dass diese Beutel ein Verbund aus Kraftpapier und einer Plastikschicht beinhalten. Nach unseren Recherchen gibt es zwar Möglichkeiten das Material zu trennen, dieses ist aber sehr kostspielig und aufwändig und daher in der Praxis nicht üblich. 

Auch bei reinen Kunststoff-Verpackungen werden häufig unterschiedliche Materialschichten (z.B. PE, PP, PET) vermischt und können nicht mehr getrennt werden. Diese Verpackungen werden verbrannt, landen auf Deponien und unserer Natur. 

Weitergehende Informationen zum Thema "Gelber Sack und Recycling" findest du z.B. in diesem Video: https://youtu.be/yeKNYR0aubs 

Unser Versuch eine "umweltfreundlichere Verpackung" zu nutzen, die zudem noch recycelt werden kann, ging also etwas in die Hose. 

Da für uns kein Aluminium in Frage kommt und auch der Verbundstoff aus unserer Sicht keine Alternative darstellt, haben wir uns für das Mono-Material aus Plastik entschieden.

 

Es geht hier nicht um Rechtfertigung, sondern um Aufklärung. Es ist mir - auch als Verbraucher - wichtig, die Vor- und Nachteile meines Konsums zu verstehen und einzuordnen.

 

Ich sage dir auch, warum: 

 

WORAUF ES EIGENTLICH ANKOMMT

Klar. Auch wir möchten, dass unsere Kaffeebeutel attraktiv wirken und unsere Etiketten anschaulich die wichtigsten Informationen für Kaffeekenner kommunizieren. Ein Kaffeebeutel hat aber noch weitere wichtige Funktionen. 

 

AROMASCHUTZ & ANWENDUNG

Keine Frage: den höchsten Aromaschutz bietet nach wie vor die Aluminium-bedampfte Verpackung. Doch auch das Mono-Material hält deinen Kaffee exzellent geschützt vor Sauerstoff und Feuchtigkeit - die zwei größten Feinde des Kaffeearomas. 

Daneben sollte die Verpackung für dich als Verbraucher einfach zu handhaben sein. Mit dem Zipper kannst du den Beutel wieder nahezu luftdicht verschließen. Das Aromaventil hilft deinem Kaffee nach der Röstung "auszugasen", ohne Sauerstoff in den Beutel zu lassen. 

Schließlich gefällt uns die Haptik der seidenmatten Oberfläche. 

Möchtest du den Beutel entsorgen, kann er über den Gelben Sack einfach entsorgt und recycelt werden. Und das ist entscheidend: wenn der Müll aus dem gelben Sack sortiert werden kann, kann daraus schlussendlich ein hochqualitatives neues Produkt entstehen. 

 

RECYCLING FÜR DIE FUNKTIONIERENDE KREISLAUFWIRTSCHAFT

Auch wir bevorzugen Produkte, die nicht aus Plastik gefertigt sind. So bemühen wir uns, die Verwendung von Plastik zu reduzieren. Zum Beispiel nutzen wir bewusst Klebeband aus Papier mit plastikfreien Fäden, um unsere Versandkartons zu verschließen. Auch bereits benutzte Versandkartons nutzen wir ein zweites oder drittes Mal, sollten diese noch intakt sein. Schließlich kaufen wir kein Füllmaterial (schon gar nicht aus Plastik), sondern kooperieren mit lokalen Handwerksbetrieben, die häufig Füllmaterial (aus Papier) abzugeben haben. 

 

RECYCLINGEXPERTE INTERSEROH+

Interseroh+ ist einer der führenden Umwelt- und Recyclingexperten. Im Kern überprüft Interseroh als Dienstleister unserer Kaffeebeutel die Recyclingfähigkeit der Verpackung.

 

 

MADE FOR RECYCLING – GEPRÜFTE RECYCLINGFÄHIGKEIT

Bei der Auswahl unserer Kaffeeverpackungen achten wir neben Aromaschutz und Funktion auch darauf, wie gut sich die verwendeten Materialien nach Gebrauch wieder dem Recycling zuführen lassen.

Deshalb verwenden wir für unsere Kaffeebeutel eine Verpackung aus Mono-Kunststoff. Im Gegensatz zu vielen Verbundverpackungen werden dabei für die wesentlichen Verpackungsschichten Kunststoffe derselben Materialfamilie eingesetzt. Das erleichtert die Sortierung und das anschließende werkstoffliche Recycling.

Was bedeutet „Made for Recycling“?

Die Recyclingfähigkeit unserer Kaffeeverpackung wurde nach dem Prüfverfahren „Made for Recycling“ von Interzero bewertet.

Dabei wird nicht nur betrachtet, aus welchem Material eine Verpackung besteht. Die Bewertung berücksichtigt unter anderem:

  • ob die Verpackung dem vorgesehenen Entsorgungssystem zugeordnet werden kann,

  • ob sie mit bestehenden Sortiertechnologien erkannt und sortiert werden kann,

  • und ob das Material grundsätzlich für ein werkstoffliches Recycling geeignet ist.

Die Bewertungsmethode orientiert sich unter anderem am Mindeststandard der Zentralen Stelle Verpackungsregister und wurde gemeinsam mit dem bifa Umweltinstitut entwickelt.

Verpackungen, die im „Made for Recycling“-Verfahren mindestens 18 von 20 möglichen Punkten erreichen, werden von Interzero als gut oder sehr gut recyclingfähig eingestuft und können das entsprechende Siegel tragen.

Unsere eingesetzte Kaffeeverpackung wurde nach diesem Verfahren geprüft und erfüllt die Voraussetzungen für die Verwendung des „Made for Recycling“-Siegels.

Recyclingfähig bedeutet nicht automatisch recycelt

Uns ist dabei eine Unterscheidung wichtig:

Eine recyclingfähige Verpackung ist nicht automatisch eine Verpackung, die nach der Entsorgung tatsächlich vollständig recycelt wird.

Ob eine einzelne Verpackung tatsächlich stofflich verwertet wird, hängt unter anderem von der richtigen Entsorgung, der regionalen Erfassungs- und Sortierinfrastruktur und den jeweiligen Recyclingprozessen ab.

Deshalb sprechen wir bewusst von geprüfter Recyclingfähigkeit und nicht davon, dass unsere Kaffeebeutel „zu 100 % recycelt werden“.

So entsorgst du den Kaffeebeutel

Nach Gebrauch kannst du unseren Kaffeebeutel über die Gelbe Tonne bzw. den Gelben Sack entsorgen. Damit gelangt er in das für diese Verpackungsart vorgesehene Erfassungs- und Sortiersystem.

Für uns ist das derzeit ein sinnvoller Kompromiss zwischen dem notwendigen Schutz des Kaffees, einer gut funktionierenden Verpackung und möglichst guten Voraussetzungen für das Recycling.