Zum Inhalt springen

Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer

Kaffeewandel: Warum Qualität beim Kaffee einen Unterschied machen kann

 

Für uns beginnt guter Kaffee nicht beim Rösten.

Er beginnt dort, wo er angebaut wird.

Und wir sind überzeugt: Qualität kann ein wichtiger Hebel sein, damit Kaffeeproduzenten höhere Preise erzielen und sich wirtschaftlich weiterentwickeln können.

Das funktioniert allerdings nicht automatisch.

Ein hoher Cup Score allein bezahlt noch keine Rechnungen. Entscheidend ist, ob Qualität tatsächlich erkannt, nachgefragt und entsprechend bezahlt wird.

Hier sehen wir die große Chance von Specialty Coffee.

 

Qualität schafft einen eigenen Markt

Ein großer Teil des weltweit gehandelten Kaffees wird als standardisierter Rohstoff gehandelt.

Herkunft, Produzent und besondere sensorische Eigenschaften spielen dabei häufig eine deutlich kleinere Rolle als Preis und Verfügbarkeit.

Bei Specialty Coffee funktioniert der Markt anders.

Hier können Dinge einen Wert bekommen, die im klassischen Rohkaffeehandel kaum sichtbar sind:

  • außergewöhnliche Qualität, besondere Varietäten

  • sorgfältige Ernte, präzise Aufbereitung

  • Herkunft und Terroir

  • außergewöhnliche Fermentationen

  • kleine Lots, nachvollziehbare Produzenten und Farmen

 

Je deutlicher sich ein Kaffee qualitativ unterscheidet, desto eher kann er sich vom reinen Rohstoffmarkt lösen.

 

Warum kann bessere Kaffeequalität zu höheren Preisen führen?

Außergewöhnlicher Kaffee ist schwieriger zu produzieren.

Reife Kaffeekirschen müssen sorgfältiger geerntet werden. Aufbereitung und Trocknung müssen kontrolliert werden. Fehler können eine ganze Ernte deutlich abwerten.

Diese zusätzliche Arbeit ergibt wirtschaftlich nur Sinn, wenn der Markt bereit ist, die daraus entstehende Qualität auch zu bezahlen.

Im Specialty-Coffee-Markt werden für hochwertige Lots deshalb häufig Preisaufschläge gegenüber standardisierten Rohkaffees bezahlt.

Untersuchungen aus verschiedenen Anbauländern zeigen, dass Produzenten von Specialty Coffee teilweise höhere Verkaufspreise erzielen und längerfristigere Beziehungen zu ihren Abnehmern aufbauen können.

Das bedeutet nicht, dass Specialty Coffee automatisch ein gutes Einkommen garantiert.

Aber Qualität kann Produzenten Zugang zu Märkten eröffnen, in denen nicht ausschließlich der niedrigste Preis entscheidet.

 

Qualität allein reicht trotzdem nicht

So einfach ist Kaffee leider nicht. Ein Produzent kann hervorragenden Kaffee anbauen und trotzdem wirtschaftlich unter Druck stehen.

Die tatsächliche Situation hängt unter anderem davon ab:

  • wie hoch die Produktionskosten sind

  • wie groß die Erntemenge ist

  • welchen Anteil des Verkaufspreises der Produzent erhält

  • welche Kosten für Aufbereitung und Export entstehen

  • wie hoch die Investitionen in Qualität sind

  • wie stabil die Nachfrage nach dem Kaffee ist

  • und wie transparent die Lieferkette funktioniert

 

Daher ist die kontextlose Behauptung:

„Specialty Coffee löst die wirtschaftlichen Probleme der Kaffeebauern.“

... zu kurz gegriffen. Das wäre schlicht zu einfach.

 

Aber wir glauben sehr wohl, dass Qualität eine der Voraussetzungen dafür sein kann, mehr Wert bereits im Ursprungsland zu schaffen.

Unser Ansatz bei carabica

Bei der Auswahl unserer Rohkaffees schauen wir deshalb zuerst auf die Qualität in der Tasse. Ein Kaffee muss uns sensorisch überzeugen.

Danach wird es aber interessant. Wir möchten möglichst viel darüber wissen:

Wo wächst der Kaffee? Wer produziert ihn? Wie wurde er aufbereitet? Welche Varietäten werden angebaut? Wie sieht die Lieferkette aus? Und welche Informationen liegen uns über die Arbeit auf der Farm oder in der Kooperative vor?

Nicht bei jedem Kaffee können wir jede dieser Fragen beantworten. Wo uns die Informationen vorliegen, möchten wir sie aber weitergeben.

 

Herkunft statt anonymer Rohstoff

Ein Kaffee aus Äthiopien schmeckt anders als einer aus Brasilien.

Ein Natural anders als ein Washed.

Ein Kaffee aus 2.000 Metern Höhe anders als einer aus 900 Metern.

Und ein Produzent, der seine Ernte über Jahre verbessert, sollte aus unserer Sicht die Möglichkeit haben, genau diese Unterschiede auch wirtschaftlich zu nutzen.

Deshalb mögen wir Kaffees mit möglichst nachvollziehbarer Herkunft.

Viele unserer Produktseiten nennen nicht nur das Land, sondern auch: Region, Farm oder Kooperative, Produzent, Varietät, Anbauhöhe, Aufbereitung, und teilweise konkrete Projekte oder Besonderheiten der Farm.

Für uns gehört das zu Specialty Coffee genauso dazu wie der Geschmack.

 

Was bezahlen wir für Rohkaffee?

Wir zahlen für viele unserer Rohkaffees Preise, die deutlich über den jeweiligen Preisen standardisierter Commodity-Kaffees liegen.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass dieser gesamte Betrag beim Produzenten ankommt.

Zwischen Farm und Rösterei können Aufbereitung, Export, Logistik, Finanzierung, Import und Qualitätskontrolle liegen.

Deshalb unterscheiden Fachleute beispielsweise zwischen:

Farmgate Price: Preis, der beim Produzenten beziehungsweise auf Farmebene ankommt.

FOB Price: Preis des exportfertigen Kaffees am Verschiffungshafen.

Rohkaffee-Einkaufspreis des Rösters: Preis, den wir letztlich an unseren Importeur oder Handelspartner zahlen.

Diese Zahlen sind nicht dasselbe.

Die meisten Specialty Coffee Importeure können bis auf den Cent genau alle diese Zahlen und Kosten benennen.

 

Produzenten müssen von Qualität profitieren können

Für uns ergibt Specialty Coffee langfristig nur Sinn, wenn gute Qualität auch einen wirtschaftlichen Wert hat. Denn Kaffeeproduzenten investieren Zeit, Wissen und Geld in bessere Pflanzen, sorgfältigere Ernte, Aufbereitung, Fermentation, Trocknung und Qualitätskontrolle.

Wenn dieser zusätzliche Aufwand keinen höheren Wert erzeugt, fehlt irgendwann der Anreiz, ihn überhaupt zu betreiben.

Darum interessiert uns ein Kaffeemarkt, in dem gute Arbeit und außergewöhnliche Qualität sichtbar werden und entsprechend bezahlt werden können.

Auch wenn wir Kaffee mit Genuss und einer Auszeit in Verbindung bringen: er bleibt im Anbauland ein wirtschaftlicher Betrieb mit wirtschaftlichen Interessen. Und das ist auch legitim. 

 

Mehr Qualität kann auch mehr Perspektive bedeuten

Wir glauben deshalb an einen ziemlich einfachen Zusammenhang:

Wenn ein Produzent einen Kaffee erzeugt, der sich qualitativ vom Massenmarkt unterscheidet, entsteht die Chance, ihn auch außerhalb des reinen Commodity-Marktes zu verkaufen.

 

Aus dieser Chance können höhere Preise, langfristigere Handelsbeziehungen und Investitionen in die nächste Ernte entstehen. Das hat Einfluss auf viele weitere Generationen. 

Ob das tatsächlich passiert, hängt von vielen weiteren Faktoren ab. Aber ohne Qualität fehlt ein wichtiger Teil dieser Grundlage.

Genau deshalb steht Qualität bei unserer Rohkaffeeauswahl an erster Stelle.

 

Was bedeutet Specialty Coffee bei carabica?

Für uns ist Specialty Coffee mehr als ein Punktestand. Es geht um einen Kaffee, bei dem man Unterschiede schmecken und möglichst auch nachvollziehen kann.

Herkunft. Varietät. Aufbereitung. Produzent. Qualität.

 

Unser Kaffeewandel

Wir werden den weltweiten Kaffeemarkt mit unserer kleinen Rösterei nicht verändern. Aber wir können entscheiden, welchen Kaffee wir einkaufen. Wir können nach Qualität suchen.

Wir können Herkunft sichtbar machen. Wir können Fragen stellen.

Und wir können Produzenten, Farmen und Kooperativen Raum geben: Ihre Arbeit mündet in Kaffeesorten die mehr erzählen können als: 

„100 % Arabica.“

Genau das verstehen wir unter Kaffeewandel.

Bessere Qualität. Mehr Transparenz. Mehr Wertschätzung für Kaffee.

Und hoffentlich die Chance, dass davon auch diejenigen profitieren, bei denen alles beginnt: die Menschen, die ihn anbauen.